Die Yoga Philosophie
in der Yoga- Lehrerausbildung
Die Wurzeln des Yoga:
Yoga stammt ursprünglich aus Indien. Die Wurzeln der Yoga-Philosophie kiegen im Hinduismus und Teilen des Buddhismus. Das Individuum wird hier als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heißt im Indischen "Yoga". Die ältesten Aufzeichnungen finden sich in den Upanishaden. Der wichtigste Quelltext des Yoga ist das Yoga-Sutra des Patanjali.
Die Bhagavad-Gita:
Die Kapitelüberschriften in der Bhagavad-Gita geben jeweils eine besondere Form des Yoga an, z. B. Karma-Yoga oder Jnana-Yoga usw. Sie vermittelt dem praktizierenden Yogi für das Verständnis des Yoga wichtige philosophisch-religiöse Hintergründe. Unter anderem enthält sie ethische Unterweisungen, die z. B. die Yamas und Niyamas verdeutlichen. In dem Text geht es um Karma, d.h. das hinduistische und buddhistische Prinzip von Ursache und Wirkung, um Reinkarnation, Meditation, Dharma, Gotteserkenntnis und glaubensvolle Gottesliebe. Der Text verwendet oft bildhafte Darstellungen. So können die feindlichen Verwandten, die Arjuna bekämpfen soll, als ein Sinnbild für die Kleshas interpretiert werden, von denen sich der Yogi reinigen soll.
Darüber hinaus enthält die Bhagavad-Gita direkte Anweisungen für den Yogi. So heißt es im 5. Kapitel:
" in Vers 27: "Sich lösend von der Außenwelt, starr auf die Nasenwurzel ('Nasikagra') schauend - Den Hauch und Aushauch (Ein-/Ausatmung) regelnd gleich, die durch der Nase Innres gehen". (Anmerkung: "Nasikagra" verwechseln einige Übersetzer mit "Nasenspitze" - die meisten Yogis schielen aber nicht etwa, sondern blicken als Konzentrationsübung auf die Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen, angeblich einen wichtigen Nerventreffpunkt).
" Vers 28 wendet sich den spirituellen Zielen zu: "Zügelnd die Sinne, Herz und Geist, ganz der Erlösung zugewandt - Befreit von Wünschen, Furcht und Zorn, so ist für immer er erlöst."
Im 6. Kapitel geht es um Versenkung (Dhyana) und die richtige Lebensweise:
" In Vers 10 heißt es: yogi yunjita satatam atmanam rahasi sthitah - ekaki yatachittama nirashir aparigraha. "Der Yogi soll beständig sich mühen in der Einsamkeit - Allein, bezähmend Sinn und Selbst, nichts hoffend, ohne Besitz".
" Vers 11 des 6. Kapitels enthält dann Anweisungen zur Sitzhaltung und sogar zur Sitzunterlage.
" In Vers 12 heißt es: "Den Geist auf einen Punkt gerichtet, zügelnd Denken, Sinne und Tun - sich setzend auf den Sitz übe er Andacht zur Reinigung seiner selbst".
" Vers 13: "Gleichmäßig Körper, Nacken, Haupt unbewegt haltend, bleibe er fest - Schauend auf seine Nasenwurzel, nicht blicke er hier und dorthin aus".
" Vers 33/34 geht auf religiöse Konzepte ein. Arjuna gibt zu bedenken, dass der Geist so schwer zu zügeln sei wie der Wind, und Krishna antwortet ihm, dass man den Geist durch Anstrengung und Entsagung disziplinieren könne. Dann fragt Arjuna, was denn mit den Menschen sei, die sich nicht zügeln können, ob die auf immer verloren seien. Krishna tröstet ihn mit dem Hinweis auf die Reinkarnation als weitere Chance, Samadhi zu erreichen.
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